Vor zwanzig Jahren fuhr ich auch schon fast täglich Käfer, damals mit Kläuschen, dem blauen Sparkäfer mit Lederlenkrad und Sonnendach. Das war mein erstes Studentenauto, billig, leicht und schnell zu reparieren und wenn ihm was passiert wäre, wäre ich zwar traurig gewesen, aber was soll’s, dann hätte ich mir eben einen der anderen damals noch zahlreichen und billigen Käfer besorgt.
Ost-West-Begegnung im Oderbruch
Gestern waren wir im Käfer auf Landpartie in Brandenburg unterwegs. Unser Ziel war Neulewin im Oderbruch. Nachdem wir das Dorf zweimal durchfahren hatten, ohne die gesuchte Oderbruchscheune zu finden, machten wir einen Boxenstop beim Eisfritze, um uns einen Eisbecher zu gönnen und nach dem Weg zu fragen. Mit Fritzchen beim Eisfritze, besser geht’s ja kaum…
Das Eis war ausgezeichnet, der Eisladen durchaus weiterzuempfehlen, wenn man gerade in der Gegend ist. Nachdem auch der Weg zur Scheune klar war, war es Zeit zum Aufbruch. Das allerdings vereitelte uns Fritzchen durch seine “wenn’s mir heiß ist starte ich nicht” Mucke.
Nachdem ich einen schlauen aber auch mehr oder weniger hilflosen Blick auf die Drosselklappe geworfen hatte, brachte der zweite Startversuch dann den gewünschten Erfolg.
Und genau in dem Moment rollte ein Wartburg 311, gefühltes Baujahr 1960, stilecht zweifarbig lackiert, besetzt mit vier Personen auf den Hof. Ein echtes Ost-West-Gipfeltreffen. Die Familienlimousinen von Ost und West verein auf einem Parkplatz im Oderbruch. Da ich Fritzchen nicht gleich wieder ausmachen wollte, war es allerdings ein kurzer Gipfel.
Fazit des Tages, es geht immer noch nichts über einen Oldie mit Faltdach und die richtige Gegend, ihn auszufahren.
Auf Teilesuche im Baumarkt
Irgendein Vorbesitzer von Fritzchen hat eine Detailverbesserung vorgenommen, um das Öffnen des Handschuhfachs zu vereinfachen.
Der normale Vorgang sieht in etwa so aus, dass man auf den kleinen Knopf auf dem Handschuhfachdeckel drückt und hofft, dass der Deckel dadurch aufspringt. Klappt gelegentlich, aber nicht immer. Vor allem deshalb, weil man ja gerade eine Kraft genau in die Gegenrichtung der erhofften Deckelöffnung ausübt.
Einfache Lösung des ungenannten Vorbesitzers: ein Möbelgriff!
Wie ich zum Bulli kam…
Dreieckfenster sind toll!
Die Mittagspause habe ich heute wieder mal mit einer viel zu kurzen Ausfahrt verbracht. Einmal durch die Alleen nach Wesendahl zum Erdbeerenkaufen und zurück. Und das bei etwa 30 °C. Dank geöffnetem Faltdach und offenen Fenstern kein Problem.
Und dank der Dreieckfenster vermisst man sowas wie eine Klimaanlage überhaupt nicht. Nur die Geschwindigkeit muß stimmen. Bei Tempo 80 lässt sich der Fahrtwind mit den Dreieckfenstern so umleiten, dass man immer gut belüftet ins Lenkrad greifen kann. OK, es umweht einen etwas mehr als in einem aktuellen Blechdach-Roadster mit Windschott, aber so soll es ja auch sein.
Warum nur ist das Dreieckfenster irgendwann in den 70ern aus dem Autobau verschwunden. Wenn ich die Leute in ihren modernen Blechkarrossen mit geschlossenen Fenstern und aufgedrehte Klimaanlage durch die Natur fahren sehe, von der sie so überhaupt nichts mitbekommen, frage ich mich, ob Klimaanlagen ein Fortschritt sind oder doch nur ein weiterer Schritt in die falsche Richtung. Aber wir wollen ja nicht philosophisch werden…